Zu Weihnachten 2014 und zum Jahreswechsel

 

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

die Advents- und Weihnachtszeit verbinden wir alle mit angenehmen Stunden im Kreise der Familie und von guten Freunden. Wir besuchen Weihnachtsmärkte und -feiern, besorgen Geschenke und die meisten setzen viel Herzblut daran, möglichst schöne Feiertage zu haben.

 

Eine Grundvoraussetzung für solche "frohe Weihnachten" ist, was vielen gar nicht mehr so bewusst ist, der Frieden. Frieden in unserem Land und unserer Heimat, Frieden im Familien-und Bekanntenkreis sowie nicht zuletzt innerer, persönlicher Frieden.

 

Im krassen Widerspruch dazu stehen allerdings viele Geschehnisse, die uns im ablaufenden Jahr 2014 bis zuletzt begleiten und bewegen, wie z.B. der IS-Terrorkrieg in Syrien und im Irak, der Konflikt in der Ukraine und vor wenigen Tagen der tragische Tod der jungen Studentin Tugce Albayrak in Offenbach, die in Zivilcourage handelnd ihr Leben auf brutale Weise verlor. Aber oftmals sind es auch Streitigkeiten und Konflikte in unserem ganz persönlichen Umfeld, die Unfrieden in unser alltägliches Leben bringen.

 

Durch diese Ereignisse wird deutlich, dass dauerhafter Frieden in unserer Gemeinschaft vor Ort, in unserem Umfeld in Europa sowie in der Welt - so wie wir ihn kennen, gewohnt sind und manchmal sogar idealisieren - keinesfalls ein Selbstläufer ist. Von Mahatma Gandhi stammt die Aussage

"Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg".

Ich finde, dass er damit die Wahrheit auf den Kopf trifft. Denn es wird deutlich, dass Frieden kein fernes Ziel ist, sondern der Pfad, auf dem wir in unserem Leben stets gehen und auf dem wir stets gefordert sowie herausgefordert sind. Dies gilt für alle Ebenen unseres gesellschaftlichen Lebens und für jeden Einzelnen von uns.

 

"Frieden kannst du nur haben, wenn du ihn gibst", sagte bereits Marie von Ebner-Eschenbach. Sollten wir uns diesen Spruch nicht einmal alle besonders zu Herzen nehmen? Ich finde sogar, dass er allen von uns als - wirklich ernst gemeinter - Vorsatz für das neue Jahr dienen sollte.

 

Jede und jeder sollte mit besonderem Nachdruck dort, wo er / sie mit anderen in Berührung kommt in der Familie, im Nachbar-/Kollegenkreis, im Verein, in der dörflichen Gemeinschaft und darüber hinaus, sich einmal mehr für den Frieden einbringen und ihn bewusst teilen. Oft genügen schon kleine Dinge, wie ein ruhiges Wort oder eine besänftigende Geste, ein klärendes Gespräch oder auch einmal ein "Über-den-eigenen-Schatten-Springen", um Großes für den Frieden vor Ort und mit sich selbst zu bewirken. Nur wenn wir für den Frieden im Kleinen sozusagen an der "Wurzel" in unserem Alltagsleben mit Überzeugung eintreten, ist er auch im Weiteren über den „Stamm“ (unsere Gesellschaft) bis hinauf in die (Staats-)Spitzen der Weltgemeinschaft möglich.  

 

Geben wir uns daher für 2015 einmal den Ruck, den Vorsatz für mehr Frieden auch wirklich in die Tat umzusetzen! Es kostet jede und jeden von uns kein Geld, bringt aber, wenn alle mitmachen, eine ganze Menge für eine starke Gemeinschaft und ein gutes Miteinander auch in den Orten unserer Verbandsgemeinde Rennerod. Nicht zuletzt tragen wir damit auch die frohe Botschaft des Weihnachtsevangeliums - Ehre sei Gott und Friede auf Erden - in die Welt hinaus und leben sie ganz bewusst.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien gesegnete, friedliche Weihnachtsfeiertage 2014 und für das neue Jahr 2015 alles Gute - vor allem Glück, Gesundheit und Zufriedenheit. Leiten Sie bitte diese Grüße auch an all diejenigen weiter, die die Feiertage nicht zu Hause verbringen können, weil sie z.B. durch Beruf oder Krankheit daran gehindert sind.

 

Mein besonderer Dank gilt all denen, die bereits in der Vergangenheit und im ablaufenden Jahr 2014 zu etwas mehr Frieden - sei es im Großen, im Kleinen oder ohne viel Aufsehen im Verborgenen - in unserer Gesellschaft beigetragen haben.

 

Herzlichst

Ihr

Gerrit Müller

 

Bürgermeister

der Verbandsgemeinde Rennerod