Vogelschilder informieren Besucher in der Holzbachschlucht

    Hören und staunen: Einweihung eines „mega coolen“ Themenwegs

    Gemünden. In der Holzbachschlucht stehen die Laubbäume in saftigem Grün, das Wasser rauscht – und die Vögel zwitschern. Schade nur, dass viele Besucher mit den Piepmätzen nichts anfangen können – zu schnell fliegen sie vorbei, verschwinden im Blattwerk, und wer kennt schon ihre Stimmen? Aber das wird sich jetzt ändern. Verteilt auf der Holzbachschluchtrunde (ca. drei Kilometer insgesamt, vom Gemündener Parkplatz aus) befinden sich nun zwölf wunderschön gestaltete kleine Infotafeln zu verschiedenen, hier vorkommenden, Vogelarten.

    Zu der offiziellen Einweihung sind Vertreter der beiden hier aufeinanderstoßenden Verbandsgemeinden gekommen, die eine gute Zusammenarbeit pflegen. Die  Bürgermeister Markus Hof (Westerburg) und Gerrit Müller (Rennerod) freuten sich stellvertretend für die Bediensteten der Kommunen, die an diesem Weg mitgearbeitet hatten.

    Dominik Eulberg und die Künstlerin Natalia Luzenko stellen den Lehrpfad vor. Ein Schild zeigt den Eisvogel. Ihn müsse jeder mögen, „dessen Herz nicht völlig verhärtet ist“, meint Eulberg, Biologe und Musiker aus dem Westerwald. Er kann fabelhaft erzählen, neugierig machen, belehren. Und selbst, wer noch nie einen Eisvogel gesehen hat, weiß nun, dass die Weibchen etwas Lippenstift tragen. Das ist seine Eselsbrücke für die rote Schnabelunterseite bei den weiblichen Eisvögeln. Doch die wichtigste Botschaft und Ermutigung ist: „Über das Ohr kann man sich Vögeln am besten nähern. Wer ihren Ruf kennt, der kann sie leichter aufspüren und beobachten.“

    Dafür trägt jedes der Vogelschilder einen QR-Code, über den die einzelnen Rufe hörbar werden. Einige kommen einem sehr vertraut vor. „So werden Aha-Erlebnisse geschaffen“, erklärt Dominik Eulberg. Das Wiedererkennen mit Merkcharakter sei dann möglich. Ihn beseelt also durchaus ein pädagogischer Auftrag. Zumal er sich erhofft, dass der Bezug zu den Tieren letztlich bedeutet, diese schützen zu wollen. Im Fernsehen wurde der Vogelpfad schon vorgestellt, auch die aktuelle Ausgabe des Wäller Magazins „Hannes“ berichtet darüber.

    Die Anwesenden erfreuen sich an den wertig mit Vollholz umrahmten und befestigten Schaubildern samt  Infotext und QR-Code, die von dezenter Größe sind – und etwas niedriger angebracht, damit auch Kinder sie lesen können.  Sie sind das Ergebnis der Zusammenarbeit von Dominik Eulberg und  Natalia Luzenko sowie Johannes Schmidt (Kulturreferent der VG Westerburg). Die wunderschönen Vogelzeichnungen stammen von Cramers Gallery of Nature. Die Bilder der jeweiligen Eier wurden von Luzenko erstellt. Für den Text ist Eulberg verantwortlich.

    Ein knappes und treffendes Feedback stammt von einem der jüngsten Besucher, das inhaltlich wohl die Meinung der meisten zusammenfasst:  „Mega cool“, sagt der Junge und schwenkt fröhlich sein Handy, aus dem es pfeift und tirilliert.

    Der Rundweg ist auch vorher eine Freude gewesen, aber die Tafeln haben ihren Sinn. Einige Anregungen und spielerisch lernen, das wollen die Menschen auch. Beim Verlassen der Schlucht ist eine Familie zu sehen, die Mutter liest allen den Text vor… Man möchte offensichtlich gern etwas mitnehmen von einem Ausflug hierher. Naturerfahrung geht mit allen Sinnen – auch über den Geist. Und Kenntnisse sind doch auch ein schönes Souvenir.

    (Fotos und Text: Tatjana Steindorf)


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