Neuer Defibrillator für Erste Hilfe übergeben

    Gerät befindet sich öffentlich zugänglich in Sparkasse Westerwald-Sieg in Rennerod

    Bei 85 Prozent aller  plötzlichen Herztode liegt anfangs ein Kammerflimmern vor. Rechtzeitig erkannt und behandelt kann alles noch mal gut ausgehen. Hilfreich hierbei sind Defibrillatoren (AED). Da die Überlebenschance der Betroffenen mit jeder Minute, die ohne Frühdefibrillation verstreicht, um circa 10 Prozent sinkt, soll das therapiefreie Intervall bis zur Versorgung des Herzpatienten durch Rettungsdienst und Notarzt durch eine möglichst frühzeitige Defibrillation verkürzt werden. Bereits seit 2001 werben alle namhaften Hilfsorganisationen für den Einsatz von AED´s auch im öffentlichen Bereich. Frei zugängliche AED´s findet man inzwischen an Flughäfen, Fußballstadien, Bahnhöfen und andern öffentlichen Gebäuden. Meist sind diese Geräte im Eingangsbereich von Gebäuden oder im Sanitätsraum platziert. Auch in der Verbandsgemeinde Rennerod gibt es bereits seit einigen Jahren an verschiedenen Orten öffentliche, im Notfall nutzbare Defibrillatoren, so z.B. in der Verbandsgemeindeverwaltung in der Hauptstraße 55 und im Schulschwimmbad an der Realschule plus Hoher Westerwald in Rennerod. Der Vorteil von AED´s ist: Diese Geräte sind auch von Laien leicht bedienbar und werden im Rahmen einer Ersten Hilfemaßnahme eingesetzt bis die Fachleute des Rettungsdienstes eintreffen. Automatisierte externe Defibrillatoren (AED´s, umgangssprachlich auch Laiendefibrillatoren genannt) sind durch ihre Bau- und Funktionsweise besonders für Laienhelfer geeignet. Die Geräte erkennen – ohne Zutun der Ersthelfer – ob eine Schockgabe nötig und sinnvoll ist. Somit wird eine Fehlbedienung verhindert. Je nach Bauweise wird entweder automatisch oder auf Knopfdruck (halbautomatisch) ein Schock abgegeben. Die Energie, die bei dem Schock abgegeben wird, wird ebenfalls selbständig durch den AED bestimmt. So müssen Ersthelfer lediglich auf die meist akustischen Anweisungen achten wie zum Beispiel das Durchführen der Herz-Lungen-Wiederbelebung oder während der Rhythmusanalyse oder der Schockgabe das Einstellen der Herzdruckmassage. Entscheidend bei der Defibrillation ist der frühestmögliche Einsatz, da die durch das Kammerflimmern hervorgerufene Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff binnen kurzer Zeit zu massiven neurologischen Defiziten führen kann. Aus diesem Grund werden auch im öffentlichen Raum immer mehr automatisierte externe Defibrillatoren platziert und eingesetzt. Der erfolgreiche Einsatz eines AED steht und fällt mit der richtigen Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Der AED ist nur eine Ergänzung, kein Ersatz. Jedoch ist zu ergänzen, dass bei einem Kammerflimmern quasi um Minuten geht. Deshalb muss und sollte der Einsatz eines Laiendefibrillators so früh wie möglich stattfinden.

    Gerrit Müller, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rennerod, wurde durch einen Bürger nochmals auf die lebensrettende Bedeutung dieser AED´s im Notfall aufmerksam gemacht und die Tatsache, dass bisher im vielfrequentierten Zentrum von Rennerod ein solcher Laien-Defibrillator fehle, welcher „rund um die Uhr“ – auch außerhalb von etwaigen Öffnungszeiten und am Wochenende – zugänglich sei. Bei nachfolgenden Überlegungen, wo ein solcher Defibrillator durchgängig öffentlich zugänglich und trotzdem vor Vandalismus sowie Witterungseinflüssen geschützt angebracht werden kann, gab die Sparkasse Westerwald-Sieg ihre Zustimmung, dass der Defibrillator im SB-Schalterbereich der Filiale, Hauptstraße 42, in Rennerod angebracht werden kann. Ebenso beteiligte sich die Sparkasse Westerwald-Sieg mit einer Spende von 1000 Euro an der Anschaffung des Geräts, dessen Preis bei rund 1900 Euro liegt. Zur Übergabe und Inbetriebnahme konnte Sparkassen-Filialleiter Karsten Schell Bürgermeister Gerrit Müller in den Räumlichkeiten der Sparkasse Westerwald-Sieg in Rennerod begrüßen. Bürgermeister Müller bedankte sich für die großzügige Unterstützung dieses Erste-Hilfe-Projekts und die Anschaffung des Defibrillators.

    Elke Hufnagl

    Bild: Filialleiter Karsten Schell und Bürgermeister Gerrit Müller bei der Übergabe des neuen Laien-Defibrillators in der Sparkasse Westerwald-Sieg in Rennerod.