Heimische Landwirte legen Blühstreifen an

    VG-Umweltbeauftragte nahmen Maßnahme in Hellenhahn-Schellenberg in Augenschein

    Landwirte geraten seit Jahren verstärkt in die Kritik von Umweltschützern und Verbrauchern. Massentierhaltung, Monokulturen, Gülleschwemme oder der Einsatz von Pestiziden sind nur einige Schlagworte, die die Bauern in Verruf gebracht haben. Das Landwirte aber auch Umweltschützer sind, stellen sie zunehmend im Raum der Verbandsgemeinde (VG)  Rennerod unter Beweis. Sebastian Werner (Hof Damm-Mühle, Niederroßbach), Matthias Müller (Hubertushof, Irmtraut) und Philipp Hering (Eichelhof, Hellenhahn-Schellenberg) arbeiten schon seit Jahren eng mit den beiden VG-Umweltbeauftragten Helmut Scherer (Elsoff) und Robert Schönberger (Seck) zusammen.

    Jetzt nahmen sie, im Beisein von Bürgermeister Gerrit Müller, einen Blühstreifen in Augenschein, den Landwirt Hering entlang eines Maisfeldes angelegt hat. Auf der drei Meter breiten und 200 Meter langen Fläche wurde eine Samenmischung ausgebracht mit Kornblumen, Sonnenblumen, Kamille und Placelin, einem blau blühenden Gewächs, das den Streifen farblich dominiert. Ein Schild des Bauernverbandes ("Wir machen die Welt bunt") weist zusätzlich auf diese Aktion hin. Matthias Müller, zugleich Vorsitzender der Kreisbauernschaft, betont, das die Aktionen im Raum Rennerod keine Alleinstellungsmerkmale sind, sondern das zahlreiche Bauern im Westerwald im Sinne der Umwelt agieren und reagieren.

    Lange bevor der Bauernverband einen Aufruf zu solchen Blühstreifen startete, hat der "Runde Tisch Umwelt" der Verbandsgemeinde Rennerod schon ähnliche Aktionen angestoßen. Hier sind neben den Umweltbeauftragten und Landwirten auch die Forstwirtschaftler eingebunden. Es begann mit einem Blühstreifen bei Hüblingen, ging weiter über das sehr späte Mähen von Wegerändern und dem völligen Mähverzicht nahe Bächen und Gräben.

    Die Samenmischungen haben die Bauern auf eigene Kosten beschafft und sie verzichten auch auf Ernteerträge. Philipp Hering: "Es geht uns aber nicht um Geld oder Aufwand; wir wollen etwas tun für die Umwelt. Es muss nicht gepflegt aussehen, es muss der Natur dienen". Helmut Scherer ergänzt: "Die Blühstreifen sind selbst im Herbst und im Winter noch beliebte Anflugstation für Vögel". Am sinnvollsten sind solche Streifen in der Nähe zu Maisfeldern. Dies ist in der Fruchtfolge begründet, so Bauer Müller. Gerrit Müller zog ein knappes aber treffendes Fazit: "Mit kleinem Aufwand Gutes tun".

    Foto (v.l.): Am Blühstreifen in Hellenhahn-Schellenberg VG-Umweltbeauftragter Helmut Scherer, Bürgermeister Gerrit Müller, VG-Umweltbeauftragter Robert Schönberger, Landwirt Philipp Hering, Landwirt Sebastian Werner und der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Westerwald, Landwirt Matthias Müller.

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