Baumpflanzaktion

    „Die Verbandsgemeinde Rennerod pflanzt für den Klimawald der Zukunft.“

    Der 21. März ist traditionell der „Tag des Waldes“. Das beschloss die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) bereits in 1971 als Reaktion auf die globale Waldvernichtung. In Deutschland hat dieser Tag zunächst kaum Beachtung gefunden; es gibt keine offiziellen Veranstaltungen. Mit ein Grund für die geringe Verbreitung des „Tag des Waldes“ ist sicherlich sein früher Zeitpunkt. Der 21. März ist so frühzeitig, dass selbst in wärmeren Jahren die Bäume in der Regel noch nicht mit ihrem Blattaustrieb beginnen. Ergänzend zum Tag des Waldes gibt es den „Tag des Baumes“. Dieser wurde am 25. April 1952 zum ersten Mal mit der Pflanzung eines Ahornbaums durch den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuß im Bonner Hofgarten durchgeführt. Dieser Aktions- und Gedenktag ist relativ populärer.

    Die Verbandsgemeinde Rennerod griff nun dieses Thema auf und startete eine  Baumpflanzaktion in Nister-Möhrendorf. Unter Federführung der Verbandsgemeinde Rennerod, ihrer Förster und ihres  Bürgermeister, wurde diese Herausforderung mit einer gemeinschaftlichen Baumpflanzaktion mit Kindern der kommunalen Kindertagesstätte „Hoher Westerwald“ Nister-Möhrendorf am „Tag des Waldes“ im Gemeindewald von Nister-Möhrendorf „Im Buchenstück“ exemplarisch angegangen.

    Die Baumpflanzaktion mit 27 Kindern der Kindertagesstätte stand unter dem Motto „Die Verbandsgemeinde Rennerod pflanzt für den Klimawald der Zukunft“. Voller Eifer waren die 5 bis 6-jährigen bei der Sache und gruben bei strahlendem Sonnenschein Löcher, um dann 400 der insgesamt 2000 vorgesehenen kleinen Bäumchen dort einzusetzen. Anleitung und Hilfe erhielten sie dabei von den  Förstern der Verbandsgemeinde Rennerod: Dirk Steffen, Michael Schmidt, Dieter Herkersdorf, Jochen Hartman sowie den Forstwirten der Verbandsgemeinde: Die  Herren Seelbach, Schirmuli, Eiffler. Sarah Widerstein (Leitung Kita), Erzieherinnen, Ortsbürgermeister Rolf Haas sowie Gerrit Müller, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rennerod, ließen es sich nicht nehmen, ebenfalls kräftig mit zu helfen.

    Förster Dirk Steffen, der die Idee für die Aktion hatte und sie vorbereitete, erklärte:

    „Unser Wald, der diesen starken klimatischen Schwankungen schutzlos ausgesetzt ist, wird immer mehr in Mitleidenschaft gezogen. Die zurzeit spürbarsten Störungen die unseren Wald betreffen sind Windwürfe und lange Trockenperioden wie 2018. Bei Windwürfen in 2018 und jüngst in 2019 fielen innerhalb sehr kurzer Zeit große nicht geplante Holzmengen an. Folgen einer langen Trockenperiode sind, nachdem die Bäume insbesondere die Gemeine Fichte sehr geschwächt sind, die Sekundärschädlinge, wie z.B. der Borkenkäfer. Bei all diesen Störungen fallen extrem viele nicht geplante Holzmengen an. Diese stellen die Mitarbeiter der Forstwirtschaft vor immer große Herausforderungen und der Holzmarkt wird negativ beeinflussen.

    Die Situation ist nicht zu ändern. Jedoch muss nun eine zukunftsorientierte Forstwirtschaft betrieben werden. Dies hat zur Folge, dass auf den entstandenen Kalamitätsflächen Baumarten aufgeforstet werden, welche für den Klimawandel stabil sind. Ziel ist ein vielfältiger, strukturreicher Mischwald aus mehreren Baumarten mit Bäumen verschiedener Alter, Höhen und Stärken.

    Da die Wälder aber nicht innerhalb kürzester Zeit ausgetauscht werden können, ist der Waldumbau eine Jahrhundertaufgabe und der Einsatz von Jederfrau/-mann gefragt. Hier in Nister-Möhrendorf, Waldfläche Abt. 8a,  werden wir folgende Bäume pflanzen: Stiel-Eiche, Flatterulme, Weißtanne, Kirsche, Edelkastanie und Roßkastanie.

    Die ersten Bäume können dann in ca. 80 Jahren an die Sägeindustrie verkauft werden.

    Die Kulturlandschaft wird sich langfristig ändern. Unsere geliebte Fichte wird nicht von der sog. Bildfläche verschwinden aber in Form großer Reinbestände, wie sie im Hohen Westerwald noch mehrfach zu sehen ist, wird sie zukünftig vermutlich nicht mehr zu sehen sein.“

    Bürgermeister Gerrit Müller dankte allen Beteiligten für ihre Mühen und lobte insbesondere den Einsatz der kleinen Mädchen und Jungen: “Wichtig ist, jungen Menschen und Kindern schon früh ein Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt sowie den vorhandenen Ressourcen zu geben und nicht mit ideologischen Scheuklappen in die eine oder andere extreme Richtung zu gehen. Gerade auf dem Land haben wir eine besondere Nähe und Beziehung zur Natur und Umwelt, der Wald und seine Bäume liegen vor der Haustür und gehören zum direkten Lebensumfeld dazu. Die Kinder, die jetzt die Bäume gepflanzt haben, werden sozusagen mit den neuen Bäumen aufwachsen und sehen, wie sie sich entwickeln und zu einem neuen, klimagerechten Wald und Lebensraum für Tiere und Pflanzen werden.“

    Nach getaner Arbeit an der frischen Waldluft konnten sich alle Helfer an lecker belegten Brötchen und Kuchen satt essen und den Durst stillen.

    Elke Hufnagl