Verbandsgemeinde Rennerod
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Die Verbandsgemeinde Rennerod stellt sich vor

Anschrift:
Verbandsgemeindeverwaltung Rennerod
Hauptstraße 55, 56477 Rennerod
Postfach 1353, 56475 Rennerod
Telefon: 02 66 4 / 50 67-0
Fax: 02 66 4 / 59 57
Öffnungszeiten:
Mo. - Fr. 08.30 Uhr - 12.00 Uhr
Do. 14.00 Uhr - 19.00 Uhr
und nach Vereinbarung
In der Mittelgebirgslandschaft des Hohen Westerwaldes im Nordosten von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen unmittelbar benachbart, liegt das Verbandsgemeindegebiet Rennerod mit seinen 23 Ortsgemeinden. Sein Mittelpunkt ist die Stadt Rennerod (ca. 4.200 Einwohner), Sitz der Verwaltung und zentraler Versorgungsort der Verbandsgemeinde. Von ausgedehnten Wäldern umgeben, liegt die Stadt windgeschützt in dem nach Süden sich neigenden Tal des Holzbachs, am Schnittpunkt der Bundesstraßen 54 und 255. Die Siedlungszelle wird in einer Urkunde von 1217 als Rennderode genannt. 1362 wurde hier eine Kapelle zu Ehren von St. Maria von Hubrecht errichtet; 1444 tagte hier ein Zehntgericht, 1552 ein Landgericht.
Rennerod wurde Nachfolgeort für das Stuhllindengericht; das spätere Amt übernahm den Namen "Stuhlgebiet", dessen Amtssitz sich seit 1775 in Rennerod befand. Nach dem Übergang von Nassau-Oranien an das Großherzogtum Berg (1806-13) und an das Herzogtum Nassau (1815) blieb Rennerod weiterhin Amtssitz; ein Verwaltungsedikt von 1816 erweiterte den Amtsbezirk auf 33 Ortschaften (1866 aufgelöst). Das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde deckt sich zum Teil mit dem alten Amtsbezirk Rennerod.
Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts war die Wirtschaftsstruktur Rennerods überwiegend von der Landwirtschaft geprägt. Erst Ende der fünfziger Jahre bahnte sich ein Strukturwandel an, als sich hier, begünstigt durch die Verkehrslage, Industriebetriebe niederließen; zur Steigerung der Wirtschaftskraft trug auch die Einrichtung einer Bundeswehrgarnison 1968 bei. Die Einwohnerzahl Rennerods hatte sich nach etwa einem Jahrhundert verdoppelt; nach der Eingemeindung von Emmerichenhain (1969) zählte die im Jahr 1971 zur Stadt erhobene Gemeinde 3.550 Einwohner. Die heutige Verbandsgemeinde Rennerod (seit 1972) umfaßt auf einer Fläche von 133 qkm 23 Ortschaften mit insgesamt rd. 18.120 Einwohnern.
Neben der Erstellung von neuen kommunalen Einrichtungen, der Erweiterung oder Verbesserung der Infrastruktur hat sich die Verbandsgemeinde besonders der Förderung ihrer Bildungseinrichtungen angenommen. Das Schulzentrum (Hauptschule, Realschule und Orientierungsstufe zum Gymnasium) wurde 1973 vollendet und 1996 erweitert. Mit der Westerwaldhalle (1.200 Sitzplätze) wurde ein zentraler Mehrzweckbau für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen aller Art geschaffen.
Zunehmende Bedeutung gewinnt der Fremdenverkehr, für den die Landschaft des Hohen Westerwalds gute Voraussetzungen bietet. Selten zeigt sich in einer Mittelgebirgsregion auf engem Raum eine solche Vielfältigkeit des Landschaftsbildes wie hier. Direkt beieinander liegen die höchsten Erbebungen des Westerwaldes, Fuchskaute und Salzburger Kopf (657 und 653 m ü. NN), mit einladenden Rasthäusern, in der Nähe die aufeinandergetürmten Basaltblöcke des Ketzersteins. Ein beliebtes Wandergebiet ist die wildromantische Holzbachschlucht mit dem Secker Weiher wie auch die Landschaft um die Krombachtalsperre. Der Stausee, dessen Wasser sich über tonartigen und felsigen Böden sammelt, faßt ca. 4,25 Millionen cbm. Die Staumauer (550 m lang, 77 m breit an der Sohle, 14 m hoch) schließt das Tal gegen das Dorf Mademühlen ab. Das Ufergelände hat sich inzwischen zu einem Ferienparadies entwickelt, ausgestattet mit Ferien- und Wochenendhäusern, Campingplätzen und Gaststätten. In der Nähe, nördlich des Sees, liegt der aufstrebende Erholungsort Rehe, dessen Rathaus mit evangelischem Betsaal sehenswert ist; ein ansehnlicher Fachwerkbau, Tür und Pfosten reich geschnitzt, Mansardendach und achteckiger Haubendachreiter mit schönem, schmiedeeisernem Hahn. Der im Obergeschoß liegende Kirchenraum enthält kräftig marmorierte Bänke und eine Kanzel (Einweihungspredigt am 18.6.1741) in Volkskunst. 4 km westlich von Rennerod liegt die Ortsgemeinde Hellenhahn-Schellenberg. Der 1062 erstmals (Hildenhagen) genannte Ort ist das am frühesten bezeugte -hagen- oder -hain-Dorf im Westerwald. Auch hier stehen sehenswerte, gut erhaltene Westerwaldhäuser. Von Hellenhahn bis zum Secker Weiher sind es nur wenige Kilometer, wie zum Seitenstein, Wiesensee und die Wälder an der großen Nister. Seck, ein auf der Basalthochfläche gelegener Fremdenverkehrsort, gehört zu den ältesten Siedlungen des Westerwaldes (1059 erstmals genannt, seit dem 12. Jh. Kirchspielort). Im Gemeindegebiet an der Straße nach Hellenhahn liegt die Ruine des Klosters Seligenstadt (1181 dem Trierer Erzstift geschenkt, 1209 Tochterkloster von Maria Laach). Das ehemalige Schloß oder Jägerhaus, ein Fachwerkbau des frühen 18. Jh., dient heute als Rathaus.
Im nördlichen Teil des Verbandsgemeindegebietes liegt die Ortsgemeinde Stein-Neukirch, das höchstgelegene Dorf des Westerwaldes (638 m ü. NN). 1287 als Nova Ecclesia erstmals genannt; der Ort war eines der drei Kirchspiele der Herrschaft vom Westerwald. Die ev. Pfarrkirche, ein trutziger Bau in beherrschender Lage, wurde 1231 als "nuve" Kirche erwähnt. Der Neukircher Markt - alljährlich am 1. Montag im August - hat überregionale Bedeutung. Der nahe Salzburger Kopf (653 m ü. NN) bietet bei klarem Wetter eine weite Rundsicht. Hier oben liegt der Einstieg in das Wanderwegenetz "Hoher Westerwald". Am Südosthang und im Windschatten des Berges liegt das schmucke Westerwalddorf Salzburg, um 1300 als Salzberg bezeichnet. Nach 1645 wurde hier das höchste (peinliche), mit 24 Schöffen besetzte Gericht der Herrschaft zum Westerwald gehalten. Auf dem Galgenberg wurden die Urteile vollstreckt.
Im südwestlichen Teil des Verbandsgemeindegebietes liegen die Ortsgemeinden Elsoff, Hüblingen, Neunkirchen, Oberrod und Westernohe. Die neuromanische Pfarrkirche "St. Peter und Paul" der Ortschaft Elsoff hat einen gotischen Turm mit Spitzhelm. Im Ortsteil Mittelhofen befindet sich eine 1788 erbaute Kapelle, die im Inneren mit ländlichen Figuren aus dem 18. Jahrhundert ausgestattet ist. Die ev. Pfarrkirche "St. Johannes der Täufer" ist neben der Daadener Pfarrkirche die bedeutendste protestantische Barockkirche des Westerwaldes.
Der romanische Westturm trägt einen achteckigen Spitzhelm. Das große Schiff mit Eckpilastem, Rundbogenfenstern, Spiegeldecke und dreiseitigen Emporen wurde 1740 von dem nassauischen Barockbaumeister Julius Rothweil erbaut. Die industrielle Entwicklung hat das ursprünglich von der Landschaft geprägte Bild dieser Dörfer verwandelt; kleinere bis mittlere Gewerbebetriebe, am stärksten in Neunkirchen, Elsoff und Westernohe und ein hoher Wohnwert bestimmen heute die Gemeindestruktur. Der in der Nähe von Oberrod gelegene Knoten (605 m ü. NN) bietet ein ideales Skigelände mit Skilift.

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